Ein emotionaler Ausflug ins ICH! Exkurs in die eigene Wahrnehmung!

Sein eigener Chef zu sein ist auch ein emotionaler Wert, den man selbst erkennen sollte. Und das werdet ihr. Denn jeder, der sich selbstständig macht, wird viel darüber reflektieren und alle verschiedenen Formen von Emotionen erleben. Alle!

Persönlich habe ich das Gefühlskarrussel während meiner Selbstständigkeit auch erfahren müssen und was das unglaublichste ist… ich weiß bis heute nicht genau aus welcher Richtung die Stürme und Freuden auf mich einbrechen. Aber ich bin nicht unvorbereitet und so überrascht, dass es mich aus der Bahn wirft. Einige Aspekte in diesen „emotionalen Ausflug“ habe ich in diesem Artikel festgehalten.

Die Phase des „Wieso und warum?“

Als ich nach einem schweren Arbeitsunfall 1996 erstmals darüber nachdachte mich selbstständig zu machen, war es nicht das …“Was soll ich denn machen? Was ist die Idee?“ sondern „ Will ich mich für jemanden Fremden oder eine Firma umbringen oder kann ich mich FREI machen?“ Freiheit! Dieses Wort bestimmte die Überlegungen, die ich von da an hatte. Ich fing an darüber nachzudenken, was ich tun muss um selbst entscheiden zu können, was mein Leben und wer über mein Leben bestimmt. Wirklich frei ist man sicher nie, aber man kann seine persönliche Freiheit mehr selbst bestimmen. Das ist ein Wert für mich und schon eine entscheidender Teil der eigenen, wenn doch begrenzten, Freiheit.

Sicher ist die Initialzündung, die bei mir mit einem einschneidenden Lebensereignis einhergegangen ist, als der Auslöser für mich zu sehen. Doch diese Auslöser sind im Leben aller Menschen immer für viele Verhaltens- und Lebensweisen zu finden. Dabei sind Einschnitte in das eigene Leben, persönliche Geschäftsideen, Erfindungen, Werte, Wünsche oder auch das Wissen darum etwas besser zu können, mögliche Initialzündungen.

Die Startphase und die frühe Warnung

Wenn der Funke dann wirklich zündet und man durchstartet, geht vieles ganz schnell und man explodiert förmlich. Dabei passiert oft schon beim Start etwas, dass dazu führt, dass man fast alles um sich vergisst und nur noch arbeitet. Ich wollte mich genau davor bewahren. Es ist mir nicht immer gelungen, doch wenn ich gemerkt habe, dass ich überziehe, hab ich mich eingebremst und darüber nachgedacht, wie ich wieder Zeit gewinne für mein Leben.

Es sind dabei die einfachen Dinge, die ich beachte. Z.B. : Kommen meine Familie, meine Hobbys und Lebensfreuden zu kurz? Wann war ich das letzte Mal mit meiner Frau und mit meiner Tochter on Tour? Wann hab ich mit Kumpels das letzte Mal abgehangen, über Musik und Gott und die Welt philosophiert? Wann war ich mal wieder an meinen Lieblingsorten? Wann habe ich das letzte Mal bewusst eine CD gehört oder ein Buch gelesen und bin ich noch in der Lage anderen Menschen zuzuhören und auch auf ihre Worte, ohne die ständige Abdrift auf meine Themen, zu reagieren?

Wer sich an dieser Stelle einer Selbstkontrolle unterzieht, wird sicher das eine oder andere Defizit bei sich erkennen. Das sollte dann Eure Warnung sein. Es gibt meist zwei verschiedene Sichtweisen, denen man sich aussetzt.

  1. Ach ..… alles Quatsch. Ich brauch das nicht.
  2. Oh man, ich muss mal auf die Bremse.

Die Phase der Einsicht. „Was und wie?“

Ich halte es gern mit den uralten Sprichwörtern, denn in ihnen liegt oft die Wahrheit von Jahrhunderten. Ein Spruch den wohl fast jeder Mensch kennt ist: Der Krug geht solange zu Wasser bis er bricht!

Es ist meist nur die eigene falsche Wahrnehmung die dazu führt, dass bestimmte Dinge eine ungewollte Richtung annehmen oder der Krug eben bricht. Warum glaube ich das? Es sind die eigenen Ausreden mit denen man sich oft für sein Verhalten rechtfertigen oder auch schützen will. Z.B. Das muss fertig werden! Ich muss noch schnell das oder das erledigen bevor ich Zeit für das oder das habe!

Zeit hat man ja eigentlich nie. Man muss sie sich nehmen. Die Menschen um einen herum wissen oft nicht viel von dem was man im Moment leisten muss, aber wenn man eben nicht gerade die Welt rettet, sollte man sich Zeit nehmen um auf Nachfragen von Freunden, Mitmenschen oder eben der Familie zu reagieren. Was kann schon passieren? Eventuell müsst Ihr einen nachfolgenden Termin verschieben. Meist einen Geschäftstermin. Na und? Ruft an und sagt rechtzeitig bescheid, dass es 15 Minuten später wird. Meistens ist es kein Problem, denn die Menschen sind im Grunde eigentlich verständnisvolle Wesen.

Die Frage nach dem ICH? Wirkung und Wahrnehmung.

Die eigene Wahrnehmung ist für viele Menschen ein echtes Problem. Viele sind perfektionistisch veranlagt und glauben, dass dies oder das genau so und so passieren muss. Darum klammern sie sich oft an Kleinigkeiten und verpassen es, den richtigen Zeitpunkt zu treffen, um ihr Projekt zu zünden. Dann kommt das Sich-Wundern. Warum konnte es dazu kommen? Meist nur deswegen, weil wir extrem kommunizierende Wesen sind und auch stark visualisieren. Also waren der Mangel an Kommunikation und der eigene Auftritt manchmal das eigentliche Problem. Kommunikation ist ein Austausch. Also reden, zuhören und antworten! Dabei wird auch unser optischer Auftritt unterbewusst wahrgenommen. Dessen sollte man sich bewusst sein.

Wie man persönlich auf andere Menschen wirkt, ist ein echter Erfolgsfaktor für die Selbstständigkeit. Ein grader Rücken, gute Umgangsformen, die echte Wahrnehmung des Umfeldes und der Menschen die einem täglich begegnen und damit ein sicherer Gesamtauftritt, sind Gold wert. Ich kann jedem Starter nahe legen früh darauf zu achten wie man wirkt. Sicherheit auszustrahlen und so kompetent und ruhig zu wirken überträgt sich automatisch auf das Umfeld. Dies schafft eine entspannte Atmosphäre.

Aber um das zu erreichen, muss man selbst auf sich achten und darauf, dass man sich nicht in der Arbeit verliert. Wenn man zu oft über seine Grenzen geht, wird sich kein dauerhafter Erfolg einstellen.

In diesem Sinne wünsche ich allen neuen Startern viel Glück und diesem Blog noch viele anregende Beiträge.