Festnetz mitnehmen

Es zeichnet sich für Ende August der dritte Umzug in der noch jungen Geschichte meines Unternehmens netVoKi ab. Danach heißt es wohl, wieder zu Hause arbeiten. Das ärgerliche an einem solchen Umzug ist der Verlust der Kontaktmöglichkeiten. Ich habe jetzt zumindest für die Telefonnummer eine Möglichkeit der Mitnahme gefunden.

 

Ergebnisse zu unseren Recherchen am Whiteboard

Da war ich zugegeben zu optimistisch. Bei unserem Einzug ins Technologiezentrum Vorpommern wurde mir zwar gesagt, dass die Telefonnummer bei einem Auszug nicht mitzunehmen ist, aber wer denkt in der Euphorie des ersten „richtigen“ Büros schon daran? Leider zeichnet sich der Auszug nun ab und ich möchte nun für die Zukunft solche Situationen vermeiden. Also habe ich nach leicht portierbaren und möglichst sogar ortsunabhängigen Festnetznummern recherchiert. 3 Alternativen kamen dabei in Frage.

Homezone – das Telefon immer dabei

Die erste Möglichkeit habe ich schon privat genutzt. Einfach eine Homezone, also eine Festnetznummer zusammen mit einer Handynummer einrichten und schon kann ich auf diese Nummer eingehende Gespräche direkt auf dem Handy entgegennehmen oder auf eine andere Nummer weiterleiten lassen.

Das Problem bei dieser Möglichkeit ist ein Vertrag mit langen Laufzeiten und dass die Nutzung nur sinnvoll ist, wenn ich mich selbst in der Homezone befinde. Zudem benötige ich ein weiteres Handy.

SkypeIn – die Online-Nummer

Selbstversuch: in 3 Minuten herausfinden, wie teuer eine Online-Nummer (oder auch SkypeIn) bei Skype ist, ohne die genauen Bezeichnungen dafür zu kennen. Wir haben dafür deutlich länger gebraucht. Jetzt wissen wir aber, dass eine Online-Nummer bei Skype 15€ für 3 Monate kostet und sich diese Gebühr bei Abschluss eines Abonnements z.B. für die Europa-Flatrate um 50% verringert.

Zu diesem über die bekannte Software von Skype nutzbaren Angebote gibt es noch die Möglichkeit, Voice-over-IP-Telefone zu nutzen und damit unabhängig vom Computer zu sein. Dennoch kann ich überall in der Welt und mobil ebenfalls von dem Angebot profitieren. Wer jedoch wie wir erstmal nur eine Nummer braucht, für den ist das Angebot etwas teuer.

PlaceTel – individuell erweiterbar

Über PlaceTel habe ich schon vor ein paar Monaten in einem Blog gelesen. Es handelt sich kurz gesagt um eine digitale Telefonanlage mit im Vergleich zu den vorherigen Angeboten günstigen Konditionen. Ich kann meine Anlage schnell und einfach erweitern, neue Nummern buchen, Pakete dazubestellen und das ganze dann mit VoIP-Telefonen nutzen. Eine Möglichkeit wie bei Skype auch online zu telefonieren, haben wir nicht gefunden, stand aber auch nicht weit vorne auf der Anforderungsliste.

Bei PlaceTel können wir dagegen bis zu 3 Festnetzrufnummern kostenlos bestellen und diese gegen einen Minutenpreis auf eine beliebige Nummer weiterleiten lasse. Wenn wir sehen, dass dies ein bestimmtes Volumen erreicht, können wir die Kosten mit Paketen und Flatrates verringern. Damit können wir knapp zwei Monate vor Auszug aus dem Büro schon die neue Nummer kommunizieren, diese aber auf den vorhandenen Anschluss weiterleiten lassen. Es ändert sich also praktisch nichts. Solange ich nicht über die Nummer telefonieren will, muss ich kein Telefon kaufen.

Auslaufmodell VoIP?

Das Telefon ist genau das Problem. Dank Skype hat sich VoIP nur in einer Niesche entwickelt und Geräte erscheinen mir verhältnismäßig teuer. Vor ein paar Tagen war ich bei einem großen Eletronikhändler, wo mir gesagt wurde, dass VoIP-Telefone schon vor Jahren zu Spottpreisen verschenkt wurden, da sie niemand wollte.

Tja, ich hoffe, dass sich PlaceTel eine Weile hält und wir nicht in absehbarer Zeit schon wieder wechseln müssen.

Noch ein Tipp am Rande: Wer denkt, dass er sich durch diese mobilen Nummern ja „fremde“ Ortsvorwahl sichern kann, liegt falsch. Ich musste nachweisen, dass wir in Greifswald ein Gewerbe angemeldet haben. Das ist auch bei Skype nicht deutlich anders gewesen.

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  • Festnetz Kalkulation: Bildrechte beim Autor

7 Gedanken zu „Festnetz mitnehmen“

  1. Hallo,
    wie sieht denn die langfristige Erfahrung aus? Ich stehe nämlich gerade auch vor dem Problem eines Umzugs und kann meine geschäftliche Nummer nicht mitnehmen. Daher bin ich auf der Suche nach einer langfristigen und dauerhaften Rufnummerlösung…man weiß ja nie, wie und wohin es weitergeht. 🙂

    • Hallo Mischo,
      die Langzeiterfahrung hat einen Umzug mit sich gebracht und die Nummer habe ich immer noch. Ich habe mein Paket bei Placetel zwischendurch geupgradet und hatte noch ein Fax und vor kurzem habe ich es aber wieder heruntergefahren, weil die Nummer kaum genutzt wurde. Das lief alles reibungslos. Da ich die Placetel-Nummer nur noch für ein bestimmtes Projekt nutze für das ich einen externen Mitarbeiter habe, kann ich die Anrufe direkt auf ihn weiterleiten. Mein einziges Problem dabei ist, dass im Display die Nummer des Anrufers angezeigt wird. Schöner wäre es aber gerade bei Weiterleitungen auf Telefone, die auch für andere Zwecke genutzt werden, wenn die Nummer des Placetel-Anschlusses angezeigt werden würde. Dann könnte sich der Mitarbeiter mit einer entsprechenden Ansage melden. Der Support von Placetel hat gemeint, dass ginge, wenn man die Anrufe über den PC entgegen nimmt. Das wollte ich aber auch nicht.
      Insgesamt aber nach wie vor eine gute Entscheidung das zu machen, wenn man nicht weiß, was noch kommt.
      Viele Grüße
      Thomas

  2. Auslaufmodell VoIP? Du solltest mal deinen Artikel überarbeiten. Gibt es denn überhaupt noch Neuanschlüsse ohne VoiP?

      • Eigentlich sind 95% der Neuanschlüsse VoiP Anschlüsse. Die Mehrzahl sind direkte VoiP Anschlüsse – da findest du sogar im Router die Zugangsdaten der jeweiligen Rufnummern, die andere hälfte wird analog ins Haus geliefert – auf der Seite der Multifunktionsgehäuse (Telekom) findet man dann einen Adapter. Wenn GSM ausläuft wird es mit der LTE Technologie ausschliesslich Mobile-VoiP Anschlüsse geben.

        • Ah, ok. Aus Mangel an Hintergrundwissen habe ich bei den Aussagen der Anbieter dann wohl gedacht, dass VoIP etwas ist, was sie als Alleinstellungsmerkmal haben und es dann synonym für diese Anbieter verwendet.

  3. Hallo,

    Placetel ist der grösste Mist den es gibt
    Ich habe den Account einige Zeit genutzt. In meinem Homeoffice in München funktioniert es nicht. Der Support sagte ich muss einen anderen Router kaufen der Telekom Router blockiert Voice over IP. Komisch ist, mit allen anderen Anbietern das gleiche. In Teneriffa. meiner Ferienwohnung ist die Qualität auch extrem schlecht, wieder die Ausrede ich soll einen anderen Router kaufen. Ich habe 2 Mitarbeiter in Bosnien. Auch hier nur technische Probleme die der Support nicht löst
    Jetzt reicht es jetzt habe ich den Anbieter gewecheselt. Und siehe da überall kann ich telefonieren. Nur weigert sich Plaectel jetzt meine Rufnummer ordnungsgemäß zu portieren. Störungsmeldungen werden ignoriert und mein Telefon und Fax sind jetzt fast 36 Stunden tot

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