Warum Internet-Gründer Partner brauchen

Ich bin glaube ich einer der typischen Internet-Gründer. Das Studium mehr oder weniger erfolgreich absolviert, dann ein wenig als Arbeitnehmer unterwegs gewesen, aber schnell gemerkt, dass dies nicht das Wahre ist: Wenige herausfordernde Tätigkeiten, langwierige Entscheidungsprozesse und dann noch ein Chef, der aus einer anderen Generation stammt und eigentlich keine Ahnung davon hat, was das Internet ist und was die Leute im Internet eigentlich für Wünsche und Sehnsüchte haben.

Kurzum: Ich habe mich mit einem Internet-Startup selbstständig gemacht. Ich hatte zwar nur wenig Geld, kaum Berufserfahrung und auch nicht wirklich viele Kontakte in der Branche, in welcher ich mich bewegte. Dennoch wagte ich gemeinsam mit einem ehemaligen Studienkollege diesen Schritt.

Mittlerweile ist meine Kündigung über ein Jahr her. In diesem Jahr der Selbstständigkeit habe ich Vieles gelernt, viele Fehler gemacht aber auch einige Dinge sehr gut umgesetzt. Auf eine dieser positiven Dinge möchte ich heute eingehen.

Ich bin nämlich der festen Überzeugung, dass man als junger Internet-Gründer – wie ich es einer bin – eines ganz besonders braucht: Kooperationspartner.

Warum dies der Fall ist, möchte ich in nachfolgenden fünf Punkten darstellen.

Internet-Gründer haben kein Geld

Gründet man als frischgebackener Absolvent ein Unternehmen, sieht es finanziell eher mau aus. Findet man keinen Investoren, muss man von dem eigenen Ersparten und dem Notgroschen leben, dem einen die Großmutter mit etwas Glück zugesteckt hat. Auch wenn Internet-Gründungen nicht unbedingt die kostenintensivsten sind, muss man als Gründer sparen, wo es nur geht.

Warum nicht Partner ins Boot holen? Handelt es sich bei der Gründungsidee um eine Innovation, dann ist es relativ leicht, auch größere Partner für diese Idee zu gewinnen. Große Konzerne sind immer auf der Suche nach frischen Ideen, die sie unterstützen können um dann bei Erfolg bereits den Fuß in der Türe zu haben und direkt davon profitieren zu können.

Wir haben beispielsweise mit einigen namhaften Verlagen kooperiert, welche uns digitale Abonnements und Print-Ausgaben für die Nutzer unserer Internetplattform zur Verfügung gestellt haben. Als Gegenleistung platzieren wir deren Logos auf unserer Webseite oder machen etwas Werbung für deren Produkte.

Internet-Gründer sind uninteressant

Hier kommen wir schon zum zweiten Grund, der für Partnerschaften spricht: Internet-Gründer sind oft uninteressant. Selbst wenn die Gründungsidee außerordentlich innovativ ist, wird diese oft nicht ausreichend ernst genommen, da einem Zwei-Mann-Unternehmen meistens nicht sonderlich viel zugetraut wird. Durch Partnerschaften mit namhaften Unternehmen, deren Logo man dann beispielsweise auf der eigenen Seite einbindet, findet ein positiver Image-Transfer auf die eigene Marke statt: Das eigene Startup wird gegenüber Kunden, Presse und anderen Unternehmen gleich ganz anders wahrgenommen. So können mehr Kunden oder Kooperationspartner gewonnen und die Chancen auf Berichterstattungen in den Medien verbessert werden.

Internet-Gründer kennt keiner

Hat man einen Partner einmal im Boot, dann ist dieser in der Regel selbst am Erfolg des Startups interessiert. Denn von dessen Erfolg profitiert auch der Partner. Das heißt also, er wird die eine oder andere Maßnahme ergreifen, um auf den neuen Kooperationspartner aufmerksam zu machen. Ob es sich dabei um die Veröffentlichung einer simplen Pressemitteilung oder um das Publizieren eines Beitrages in dessen Social Media Kanälen handelt: Große Kooperationspartner erreichen eine starke mediale Aufmerksamkeit und somit entsprechende Reichweite. Man kann dadurch enorm profitieren, ohne auch nur einen einzigen Euro in Werbung zu investieren. Wir haben übrigens die Erfahrung gemacht, dass man die Partner auf unterstützende Maßnahmen auch einfach einmal hinweisen muss. Fragen kostet schließlich nichts.

Internet-Gründer haben keine Kontakte

Ja, das Leben als Internet-Gründer ist verdammt schwer. Keine Sau kennt einen und man selbst hat auch kaum brauchbare Kontakte. Wäre da nicht unser Kooperationspartner. Vergesst nicht: Auch er profitiert von eurem Erfolg! Wenn ihr also einen Kontakt benötigt und auch nur der Ansatz einer Chance besteht, dass euer Partner solch einen Kontakt herstellen kann: Fragt ihn! Mehr als ein „Nein sorry, da kann ich euch nicht weiterhelfen“ wird es nicht geben. Solange ihr es nicht übertreibt 😉

Internet-Gründer haben keine Erfahrung

Und nun sind wir auch schon beim letzten Punkt angekommen: Ihr kommt frisch vom Studium, seid hoch motiviert und voller theoretischem Know-how. An was es aber leider oft mangelt ist die praktische Erfahrung. Wie genau soll ich mein Erlösmodell aufbauen? Welche Preispolitik fahre ich am besten? Eure Kooperationspartner sind in der Regel aus derselben Branche oder kennen sich mit dieser zumindest aus. Sobald ihr einmal einen Draht zu diesen aufgebaut habt, tauscht euch aus! Es wird oft unterschätzt, was für gute Tipps neutrale Beobachter mit einem gewissen Background euch als Internet-Gründer geben können. Im Rahmen unserer Tätigkeit sind wir beispielsweise viel an Hochschulen unterwegs und treffen regelmäßig Professoren aus dem Fachbereich der Informatik oder der Betriebswirtschaft. In lockerer Atmosphäre haben wir hier tolle Tipps bekommen, die uns bei der Unternehmensberatung wahrscheinlich 120 Euro die Stunde gekostet hätten. Und Geld haben wir ja schließlich nicht 😉

In diesem Sinne: Ran ans Telefon und potenzielle Partner kontaktieren!