Wie entwickle ich ein WordPress Plugin – ein Erfahrungsbericht

Wir hätten nicht erwartet, dass man mit einem kostenfreien Plugin so viel Aufmerksamkeit erzielen könnte. Doch durch unser VG Wort-Plugin haben wir eines begriffen, die eigentliche Arbeit beginnt erst, wenn man die Erweiterung veröffentlicht. Für uns war dies eine interessante Erfahrung die uns zeigte, man kann Programme sehr gut mit einer Community entwickeln. Jetzt aber zu unserer Geschichte von unserem Plugin.

Ein Plugin für WordPress, aber welches?

Die Idee ein Plugin für WordPress zu schreiben geisterte uns schon seit längerem durch den Kopf. Wir wussten nur nicht, was dies können sollte. Aus diesem Grund begannen wir damit, unseren befreundeten Bloggern genau zuzuhören. Welche Probleme hatte diese und wo fielen Arbeiten an, die man sich vereinfachen könnte. Irgendwann stießen wir auf VG Wort, eine Verwertungsgesellschaft welche an die schreibende Zunft Tantiemen verteilt. Man kann diese Gesellschaft ganz gut mit der GEMA vergleichen, nur dass sie bisher nicht für solchen negativen Wirbel sorgte.

Idee ok, aber wie viele Plugins gibt es schon davon?

Die VG Wort schien für uns optimal zu sein. Wir dachten uns, ein Plugin mit dem man die Wortmarken schnell in die Beiträge einfügen könnte müsste jeden Blogger interessieren. Schließlich war dies die Voraussetzung, dass man von der Verwertungsgesellschaft etwas aus dem Topf erhält. Also begannen wir mit einer ersten Grundrecherche, welche Erweiterungen schon existierten und was diese konnten. Zusätzlich kamen uns unsere Erfahrungen als aktive Blogger zu Gute. Wir wussten wie Blogger arbeiten und welche Maßnahmen Blogger unternehmen, wenn es keine Lösungen gab. Im Fall der VG Wort Marken fügten viele Blogger einen Codeschnippsel einfach am Ende ihres Beitrags ein.

Welche Funktionen soll das Plugin enthalten?

Das Einfügen der VG Wort Marken sollte auf jeden Fall vereinfacht werden. Zudem sollte man auf einen Blick sehen welche Beiträge noch keine Wortmarken enthielten. Und wir dachten uns, es wäre auch schön wenn man sofort sehen könnte, ob der Beitrag überhaupt die Grundbedingungen für die VG Wort erfüllt, denn diese setzt eine Mindestanzahl an Anschlägen an jeden Beitrag voraus, damit die eingefügte Wortmarke überhaupt gewertet werden. Die erste Version des Plugins war schnell geschrieben und wir meinten damit hätten wir unsere Arbeit getan. Doch die eigentliche Arbeit begann erst, nachdem die Erweiterung veröffentlicht wurde.

Wir kann man ein Plugin am Besten vermarkten?

Vertrieben werden sollte das Plugin über WordPress.org, da dies für uns die beste Lösung schien. Doch eine Erweiterung zu schreiben ist eine Sache. Im nächsten Schritt wussten wir, wir müssten für diese etwas die Werbetrommel schlagen. Als einfachste Lösung erschienen uns Blogbeiträge. Deswegen begannen wir auf unseren Blogs die ersten Beiträge zu dem Plugin und VG Wort zu veröffentlichen. Anschließend fragten wir einen befreundeten Blogger, welcher ein Blog über das Bloggen betreibt, ob wir dort auch einen Gastbeitrag veröffentlichen dürften. Wir durften und dieser Beitrag brachte uns unsere ersten Verbesserungsvorschläge.

Plugin veröffentlicht und auf einmal beginnt die eigentliche Arbeit.

Wir erhielten durch den Gastbeitrag jede Menge Meldungen, wo die Erweiterung welche Fehler generierte. Die erste Tage purzelten diese Meldungen nur so rein und wir mussten schnell ein paar Fehler, so genannte Bugs, beseitigen. Zeitgleich erhielten wir jede Menge Vorschläge, was das Plugin noch alles können sollte, darunter auch viele Ideen, die wirklich richtig gut waren. Dass wir mit der Erweiterung den Nerv getroffen hatten, bewies man uns, indem man diese samt Fehlercodes gleich mal kopierte, ein paar Fehler korrigierte und unter neuem Namen veröffentlichte. Damals waren wir darüber etwas ungehalten doch in der Zwischenzeit wissen wir, darüber sollte man sich keine Gedanken machen.

Feedback, Meinungen und jede Menge neue Ideen von der Community

Die folgenden Monate erhielten wir immer mehr Feedback zu der Erweiterung. Die Nutzer sagten uns was nicht funkionierte und welche Funktionen man gerne hätte. Diese Infos erhielten wir als Kommentare aber auch per Mail. Darunter befand sich auch eine Mail von einem größerem Verlagshaus, welche das Plugin als Komplettlösung für VG Wort bei sich einsetzen wollte und um Support baten. Dieser Zustand hält bisher an und wenn man sich die Downloadstatistiken bei WordPress ansieht, erreichen wir immer neue Spitzenwerte. Deswegen werden wir auch weiterhin Zeit in die Verbesserung des Plugins investieren.

Was wir durch das Plugin lernten

Zum Schluss möchten wir noch ein Resümee aus den vergangenen Monaten ziehen. Durch unser VG Wort Plugin wissen wir, eine Erweiterung ist nicht fertig, wenn dieses veröffentlicht wird. Stattdessen beginnt die eigentliche Arbeit erst dann, wenn diese von mehreren Nutzern installiert wurde. Dies sollte man mit einplanen, denn die Fehler schnell zu korrigieren sorgt für eine bessere Reputation. Auch kann man über diesen Weg ein Programm besser entwickeln, wenn man von Beginn an die Community mit einbezieht. Auf jeden Fall sollte man mit Bloggern oder Onlineredaktionen kooperieren, um für sein Plugin die ersten Nutzer zu erhalten. Auch hier hat uns die Vergangenheit gezeigt, Kooperationen vereinfachen die Arbeit ungemein.

Bildquellen

  • VG Wort Plugin: Ronny Siegel