Es gehört auch Glück zum Gründerleben

Ich habe in meinem Gründerleben viel Glück gehabt. Ich habe auch viel Pech gehabt, aber es nie als Entschuldigung genutzt. Beides gehört zum Gründerleben und beides halte ich für bedingt beeinflussbar.

 

Glück, wenn es gut läuft

Ich erfreue mich jeden Tag über meine Entscheidung mich als Programmierer selbstständig gemacht zu haben. Die Schwere der bisherigen Gründerprojekte war mit einem Mal verflogen.

Mein Glück als Programmierer entstand aus der Kombination von drei glücklichen Umständen.

  1. Ich kann programmieren
  2. Ich habe größtenteils tolle Kunden
  3. Ich hatte keinen anderen Job

Glück ist jedoch nur, dass alle diese Faktoren zusammenkamen. Im Einzelnen sind diese Umstände nicht plötzlich entstanden, sondern ich habe sie aktiv zu verantworten.

1. Ich hatte schon immer (auch) eine Ader für Logik und Algorithmen und habe mir neben meinem geisteswissenschaftlichen Studium das Programmieren angeeignet, um meine Ideen umzusetzen.

2. Die meisten Kunden kamen zu mir, weil ich aktiv Marketing gemacht habe. Ich habe aber weder Telefonakquise betriebe, Flyer verteilt oder Anzeigen geschaltet – auch meine Webseite als Programmierer könnte besser sein – aber wenn ich niemandem davon erzählt hätte was ich mache, dann hätte sich auch niemand bei mir gemeldet. Zuverlässige und gute Arbeit spricht sich herum und daher kommen jetzt die meisten Projekte direkt aus meinem Netzwerk oder von bestehenden Kunden.

Hierzu ein Beispiel wie klein und unscheinbar das erarbeitete Glück ist: Einen großen Kunden fand ich quasi durch eine Wortmeldung auf einer Konferenz während des Vortrags des Kunden. Weder meine Wortmeldung noch meine Teilnahme an der Konferenz war Glück, allenfalls ein „glücklicher Zufall“.

3. Ich bin vom Studium mit einem EXIST-Gründerstipendium direkt in die Selbstständigkeit gegangen. Irgendwie war ich immer Gründer und passte nicht in ausgeschriebene Stellen. Meine letzten Bewerbungen kamen immer schnell zurück. Vielleicht besteht darin ja doch ein wenig Glück.

Glück, wenn es schief geht

Manchmal ist es auch gut, wenn etwas schief geht. Wenn mich jemand angestellt hätte, dann wäre ich jetzt nicht selbstständig.

Meine ersten Unternehmen sind bisher keine großen Erfolge geworden. Das ist schade, aber zum Glück habe ich mich nie zu lange gequält. Erst durch diese Erfahrungen habe ich das gelernt, wovon ich jetzt profitiere.

Unglück als Chance wahrzunehmen war schon immer eine Eigenschaft von mir. Mein erstes abgebrochenes Studium brachte mich später viel weiter als wenn ich mich in der Form durchgequält hätte. Ganze 3 Monate habe ich nach Beginn des ersten Semesters dafür gebraucht. Was danach kam war dann sicher auch etwas Glück.

Anders betrachtet könnte man auch behaupten, dass das Glück des Momentes nicht immer das langfristig beste ist. Wenn ich einmal „Glück“ mit einem Job gehabt hätte oder eines meiner anderen Unternehmen auf kleiner Flamme erfolgreich geworden wäre, hätte ich mich nicht als Gründer weiterentwickeln können. Natürlich hätte auch etwas anderes auf mich warten können, aber da ich mich im Moment glücklich fühle habe ich keinen Grund darüber zu spekulieren, was wäre wenn…

Haben Gründer mehr Glück?

Ein Sprichwort sagt schon, dass jeder seines eigenen Glückes Schmied ist. Das kann ich nur unterstreichen. Selbst wenn jede Entscheidung eines jeden Menschen zu 50% positives hervorbringt, dann erleben viele Gründer schon dadurch viel mehr „Glück“, weil sie es einfach häufiger probieren (müssen).

Weiterhin können sich Gründer nicht auf schlechten Nachrichten ausruhen. Sonst geht es schlichtweg nicht weiter. Wir sind also ständig bemüht unser Glück aktiv zu gestalten und dafür beste Voraussetzungen zu schaffen.

 

Soviel zu meinem Glück. Habt ihr Lust mir anderen Lesern eure im Nachhinein glücklichsten Entscheidungen oder Momente zu teilen? Ich freue mich über eure Kommentare.