2 Wochen keine Angebote – eine Auswertung

Vor vier Wochen habe ich mich im Rahmen meines Artikels über die Flut an Anfragen selbst dazu verpflichtet, keine neuen Angebote mehr zu schreiben. Zunächst hatte ich das gar nicht so als eine große Sache verstanden, finde aber jetzt im Rückblick einige interessante Beobachtungen, die ich hier mit anderen Gründern teilen möchte.

Stress minimiert

Ich habe in den betroffenen zwei Wochen sieben Anfragen für Programmierprojekte erhalten. Vier für das CMS WordPress und drei für Arbeiten an Magento Online-Shops. Vier kamen aus meinem bestehenden Netzwerk und bei drei Anfragen handelte es sich um potentielle Neukunden.

Mein Vorsatz bestand darin, keine Angebote zu schreiben und mich damit auf die laufenden Projekte zu konzentrieren. So erhielt fast jeder Anfragende die Antwort, dass ich zwei Wochen benötigen würde, um überhaupt konkret über die Inhalte nachdenken zu können. Das war in vier Fällen ein k.o.-Kriterium.

Ich habe es in der Tat geschafft, mir die angefragten Projekte nicht im Detail anzusehen und damit Zeit gespart. Die Kunden wussten sofort, dass ich die teilweise engen Deadlines nicht treffen kann und konnten sich anderweitig orientieren. Auch wenn ich dadurch vielleicht den ein oder anderen potentiellen Kunden verloren habe, so kann ich die Qualität der bestehenden Aufträge damit sichern und mir langfristig zufriedene Kunden schaffen. Ich glaube daran, dass das die bessere Strategie ist, als eine Masse an Kunden, bei der der ein oder andere untergeht.

selbstbewusstere Verhandlungen

Praktisch bin ich für die nächsten Monate gut ausgelastet und so habe ich die Anfragen für komplett neue Projekte mit zeitnahem Abgabetermin abgesagt. Zwei eingehende Anfragen aus den zwei Wochen kamen aber durchaus für eine Umsetzung in der Zeit danach in Frage, weil sie relativ klein sind und genau in meine bisherigen Tätigkeiten passten. Für diese zwei Anfragen habe ich lediglich grobe Schätzungen abgegeben bzw. mit meinen Honorarvorstellungen sondiert, ob die Anfragen ernst waren.

Mit der Sicherheit der schon bestehenden Aufträge für die nächsten Monate kann ich ganz selbstbewusst an diese neuen Anfragen herangehen. Ich kann dabei selbst einen Marker für das Budget setzen und die Deadline zusammen mit dem Kunden so festsetzen, dass sie ohne Probleme in meinen Zeitplan passt.

Dieses Selbstbewusstsein bei der Angabe von Preisen und Deadlines ist die positive Veränderung der letzten zwei Wochen. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass Programmierer gerade stark gesucht werden und ich von allen Kollegen höre, dass sie gut bis sehr gut ausgelastet sind.

Wie sieht es in eurer Branche aus? Erlaubt euch eure Auftragslage auch mal neue Anfragen abzulehnen oder versucht ihr jeden Kunden zu halten? Ich freue mich wie immer über eure Kommentare.

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